Wie die Blogbibliothek entstand (Teil 2 von 3): Die Idee steht und bekommt zusätzliche Unterstützung
In den nächsten Wochen wandelte sich das Bild vor meinem geistigen Auge von einem gemütlichen Lokal einer Bloglesung zu einer behaglichen Bibliothek, in der man die Zeit vergessen konnte: Mit Texten, die man meinetwegen auch vorlesen mochte, oder einfach mit solchen, die auch zwischen Buchdeckeln nicht sogleich wieder zugeklappt würden. Roman half mir beim weiteren Ausbilden der Idee, und nach und nach entstand ein Gerüst an Prinzipien und Richtlinien, die wir ins Zentrum stellen wollten. Daran gefiel uns von allem Anfang der Gedanke, völlig frei zu sein. Online so was zu unterhalten, kostet nicht alle Welt, ausser Zeit. Und die würden wir schon aufbringen. Materielle Ziele hatten wir eh nicht. Von allem Anfang an genau dies haargenau von einander zu wissen, war die Voraussetzung, um überhaupt konkreter zu werden: Wir wollten und wollen die totale Freiheit für uns selbst – zum Wohl von Lesern und Bloggern beider Geschlechter, ohne Werbung auf dem Portal, die nur das Lesen stört, und ohne Traffic bolzen oder auf unserer Seite halten zu müssen. Wir wollten Schnittstelle sein. Anlaufstelle und Anfangsort für neue Kontakte.
Wir formulierten die ersten “Strategiepapiere”, reservierten die Web-Adresse, setzten ein Info-Mail auf, um einige uns bekannte Blogger mit der Grundidee zu konfrontieren und Reaktionen und Meinungen zu bekommen.
Die spontanen Rückmeldungen waren in Zahl und Inhalt durchaus positiv. Es war mehr, als wir erwartet hatten. Also weiter machen. Schnell.
Roman erkannte für sich sehr bald, dass wohl jedes Standard-Tool, das zur Programmierung der Seite verfügbar sein mochte, zu viele Kompromisse nötig machen würde.
Also selber bauen, entschied er. Marke Eigenbau.
Mein Vertrauen war grenzenlos. Zu Recht, wie ich heute weiss. Und überhaupt: Es war unsere Idee, unser Ding. Wir konnten nicht mehr, als Schiffbruch erleiden. Dann hätten wir eine Menge Zeit investiert, vielleicht ein wenig Spott geerntet, aber in jedem Fall trotzdem viel gelernt. Was konnte uns schon geschehen?
Jetzt brauchten wir jemanden, der unseren Ideen Gestalt gab, denn eine der schönsten Eigenschaften, die Roman besitzt, ist die Fähigkeit, zu wissen, was er kann, und was nicht. “Mit Farbwahl und Grafik hab’ ich es nicht so”, meinte er. Na fein. Ich auch nicht. Aber wieder kam mir meine eigene Blogger-Geschichte entgegen, denn ich kannte da eine Frau, die ihr Licht gerne ein wenig unter den Scheffel stellte, aber ich wusste, wie hell es leuchten konnte, und vor allem, dass mir dieses Licht selbst gefiel, und das war mir mit das Wichtigste. Dass ich mir so sicher war, hatte einen Grund: Sie war und ist die erste Bloggerin und Leserin meines Blogs, die ich persönlich kennen lernte. Da ich Sie schon sehr gut kannte und verschiedene von Caro gestaltete Webseiten auch und mit ihr schon zusammen arbeiten durfte, kam nur sie in Frage. Und sie machte mit


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