Die Blogs von Yoda gehörten zu den ersten, die mir im Netz auffielen. Irgendwie lief er mir immer über den Weg. Dem hätte ich ja vielleicht noch ausweichen können, zumal er oft über Themen schrieb, von denen ich einfach keine Ahnung hatte. Aber da waren auch immer mal wieder reflektierende Gedanken zum eigenen Tun, die auch vor tieferen Sinnfragen nicht Halt machten, und wenn ich mich in eines der Internet-Themen bei ihm vertiefte, dann war es meist so geschrieben, dass auch ich Laie folgen konnte. Und beide hatten wir offensichtlich die Angewohnheit, gelegentlich nicht nur einfach “gut” über einen Menschen zu denken, sondern ihm das auch zu sagen.

Und so wurde Roman der erste Blogger und Leser meiner eigenen Internet-Seiten, den ich persönlich kennen lernte. Wir waren essen. Was, weiss ich nicht mehr. Aber an die Atmosphäre unsers Gesprächs kann ich mich bis heute erinnern. Und an die Inhalte auch so ungefähr. Vor allem aber spürten wir wohl beide: Wir sind, obwohl wir am gleichen Tag Geburtstag haben, ziemlich verschieden in der Art, wie wir uns geben – aber wir haben ähnliche Werte. Und wir schauen uns gegenseitig gern in die Augen.

Schon damals teilten wir einen Traum: Bloglesungen anbieten zu können. Wir wussten, dass dies in Deutschland funktionierte, und wir wussten ebenso, dass die Schweizer Szene dafür eindeutig zu klein war. Auf jeden Fall winkte ich ab: Dafür geeignete Texte finden, ist das eine. Sie aber auch vortragen zu können, das andere. Das war etwas für die ferne Zukunft oder für Luftschlösser.

Am Zürcher Bloggy Friday im Januar 2008 trafen wir uns dann wieder im grösseren Kreis. Wir redeten über alles Mögliche und hauptsächlich nicht mit einander sondern mit anderen Bloggern und Bloggerinnen. Aber danach wanderten wir zu zweit zu unseren Autos. Es war vor einem Jahr deutlich weniger kalt als in diesen Tagen, und so standen wir da und erinnerten uns unseres Traums. Und blieben noch ein wenig länger stehen. Die Förderung von Blogs müsste doch auch auf einem anderen Weg möglich werden. Auch, Leser anzusprechen, die eben nicht nur Blogs lesen – oder gar jene, die solche noch gar nicht kennen. Wir “versprachen” uns gegenseitig, diesem Anliegen eine Form zu geben und gingen nach Hause.