Sie kennen das sicher, diese saublöde Formulierung, wenn der Fussballkommentator meint, das Gegentor kurz vor der Pause fiele im “denkbar ungünstigsten Moment, so kurz vor der Halbzeit”.

Ich kenne keinen Trainer, der für ein Gegentor einen günstigen Moment nennen könnte. Und so ist es eben auch mit den Unwägbarkeiten des Lebens. Es gäbe sicher günstigere Zeitpunkte für uns, als gerade jetzt im Grunde ins Bett zu gehören, und zwar auch tagsüber, statt justament nun eine Theaterproduktion mediengerecht durch die Generalprobe und die ersten Aufführungen zu begleiten. Es gäbe auch gelungenere Timings, als ausgerechnet jetzt Würmern in Computersystemen im Geschäft nachzuspüren, die nicht mal die ganz grossen Wurmbehandler der Kasperskys und Schimanzkis oder Symantecs oder wie sie heissen mögen, schon irgendwo gesehen haben, aber “uns” sind sie natürlich ins Netz gegangen, oder wohl eher umgekehrt. Und ich hatte schon Zeiten, wo ich weniger Internetseiten laden und Mails schreiben musste (nein, wollte!), als in diesen Tagen, in denen meine Kiste zur lahmen Ente geworden ist, weil irgend ein Windows-Update die Datenautobahnen zum Saumpfad hat schrumpfen lassen.

Na ja, wie gesagt: Shit happens. Und unter dem Strich ist es nur eine Art Lakmus-Test für die Grundvorgabe, die wir formuliert haben:

Wir geben uns Zeit, wenn wir sie brauchen. Wir teilen unsere Kräfte ein. Wir vertrauen darauf, dass weniger auch mal mehr sein kann, wenn es mithilft, die Ziele nicht zuverwässern, Kritik zu bedenken, Verbesserungen vorzunehmen, Mails zu beantworten und Schlaf zu finden.

Es hat toll begonnen, und es ist faszinierend, zu erfahren, was wir alles richtig bedacht haben – und was nicht. Das gehört alles genau so dazu, und wir werden wohl noch ein paar Fehler machen. Dennoch werden wir am Sonntag zusammen mal einen kurzen Moment feiern, und ein Gläschen heben auf Sie Alle. Denn ohne von Ihnen zu wissen, hätten wir diesen Raum nie gemietet und ausgestattet, und ohne Ihr Kommen wäre er nicht interessant.