Eigentlich ist es gar nicht so wichtig, was man tut. Viel wichtiger ist meiner Ansicht nach, dass man sich mit Passion und Begeisterung einer Sache hingeben kann. Und dabei sind es ja oft nicht die Sachen, die die Begeisterung hervorrufen, sondern der Gehalt der Idee, die Philosophie und nicht zuletzt die Menschen, mit denen man zusammen arbeitet. Unser Baby, die Blogbibliothek, ist ein solches Beispiel.

Inspiriert durch Kurt, der die tragende Idee zu diesem Projekt entwickelt und weiter gesponnen hat, durfte ich bald am Projekt mitarbeiten. Von Anfang an war klar, dass sich dieses Projekt zu keinem kommerzielles Gefäss entwickeln würde. Es geht um die Liebe zur Schrift, zur Sprache und zur sorgsamen Nutzung unserer Kommunikationsformen. Und diese findet der Internet-Benutzer – so seltsam und vielleicht gar unpassend es im modernen Web 2.0 tönen mag – auch in den Blogs. Freilich, einfach so findet man sie nicht, die besonderen Texte, die Perlen im Netz.

Und dieser Umstand ist ja auch der Grund, weshalb es unsere – und hoffentlich auch Eure – Blogbibliothek gibt. Sie soll aufzeigen, dass auch das Gefäss Blog Inhalte bereitstellen kann, die etwas Besonderes sind; im Sinne der Sprache, im Sinne der Bereitschaft, über etwas zu schreiben, das ein klein wenig mehr erfordert, als bloss eine technische Auflistung zu notieren. Das haben wir im Ansatz erreicht. Wir möchte aber, dass der Gedanke weiter gelebt und gepflegt wird und deswegen sind wir auf die Vorschläge, Ideen, aber auch auf die Kritik unserer Leser und Mitmacher angewiesen. Wir brauchen Leben in unserem Haus. Und das kann nicht von uns kommen, sondern von den Nutzern, Leser und neugierigen Menschen.

Gemütlich ist sie geworden, unsere BB. Dank Caro, die dem Gefäss ein passendes, schlichtes und feines Outfit verpasst hat. In diesem Projekt schwingt für mich sehr viel mehr mit, als bloss ein bisschen Technik (obschon ich diesen Part bearbeiten durfte) oder ein paar HTML-Beschreibungen. Es ist der Weg einer Idee, den man gemeinsam sucht und findet, ihn gestaltet und ausbaut; bereit für andere Menschen macht, ihn pflegt und hegt. Und jetzt, in dem Augenblick, in dem es soweit ist und unser Projekt die Tore öffnet, darf ich etwas für mich Neues lernen: Loslassen und doch dabeibleiben.

Eine Bibliothek lebt von ihrem Inhalt und dem Charakter, der durch die Auswahl dieser Inhalte gebildet wird. Und den wollen wir zusammen mit allen Menschen, die sich für dieses Projekt interessieren, weiter herausbilden und leben lassen. Das braucht Mut. Mut, um Nein zu sagen. Mut, um mit Weitsicht und klugen Entscheidungen Sorge zum Gedeihen des Charakters dieser Bibliothek beizutragen. Denn wir verstehen uns als Plattform für etwas Besonderes, was letztlich bedeutet, dass wir eine – im positiven Sinne – elitäre Haltung einnehmen. Nicht alles findet hier seinen Platz. Und deshalb verlangt die Auswahl Mut.

Ich freue mich auf die kommenden Tage und Wochen. Es wird für mich sehr Vieles neu zu entdecken geben: Menschen und ihre Texte; irgendwo da draussen, vielleicht gut versteckt in den Gruften des Web 2.0 und alsbald hier in unserer Bibliothek.