Was ist ein guter Blog-Text?
Wenn man die Blogbibliothek erstmals besucht und sich in die begleitenden Texte und Erklärungen “einliest”, dann mag man vielleicht den Eindruck bekommen, wir würden hier “fertige Literatur” suchen. Abgesehen davon, dass es dafür Portale wie LITBLOGS gibt, so greift dies aus einem anderen Grund zu kurz:
Wir glauben, dass Blogs sich dadurch auszeichnen, dass sie reales Leben abbilden, weil sie Texte enthalten, die oft sehr unmittelbar, spontan entstehen. Und wenn etablierte Medien den Schrott beklagen, der in Blogs geschrieben steht, dann halten wir dem entgegen, dass das Medium Blog es möglich macht, dass Menschen ein berührendes Bild aus Ihrem Leben niederschreiben können, die ohne Blogs nie gelesen würden. Es gibt die Blog-Literatur der noch unentdeckten Schreibtalente, der Literaten auf dem Sprung – und es gibt die Texte des Mannes und der Frau nebenan, die einfach erzählen. Mit ebenso einfachen Worten, ohne jeglichen Drang zu glänzen, und doch eingehend und einnehmend. Diese Vielfalt ist eine absolute Besonderheit der Bloglandschaft, die wir abbilden wollen, mit Ihrer Hilfe. Auch einfach formulierte Texte können so viel Atmosphäre haben, dass man den Menschen dahinter spürt. Und mehr als Kaffeeklatsch haben wir alle zu erzählen.
Dass es mit diesem Spektrum noch schwieriger ist, eine Linie bei Auswahl oder Ablehnung zu finden, liegt auf der Hand. Es darf jederzeit diskutiert und kritisiert werden, so viel ist klar. Und mit jeder “Knacknuss”, die uns aufgegeben wird, werden wir an Sicherheit und Kriterien gewinnen.


28. Januar 2012 um 04:05 Uhr
Ich finde diesen Denkansatz auf alle Fälle lesenswert. Jedem sollte das Recht zustehen, zu schreiben was ihm in den Sinn kommt. Denn genauso steht es jedem zu, zu lesen was ihn interessiert. Die Presse ist nicht das Maß aller Dinge. Mag sein, dass sie uns formulierungstechnisch eventuell voraus ist, jedoch steht sie selbst mitunter ja auch im Ruf, korrupt zu sein.
Ein Freund von Wulff bin ich nicht, aber dieses Beispiel zeigt mal wieder, wie mächtig die Presse ist. Zuviel Macht schadet meines Erachtens.
Schöne Grüße
Stephanie