Es ist ja nicht so, dass ich in viereinhalb Jahren eigenem Bloggen nicht an mir selbst hätte feststellen können, wie sehr man als Blogger dazu neigt, sich immer ausschliesslicher mit sich selbst zu beschäftigen. Die Möglichkeiten, sich in Blognetzwerken zu verbreiten, Newsletter anbieten, Stöckchen werfen, kommentieren, was das Zeug hält und vor allem wo das Zeug auch was bringt – man kann sich problemlos als eine Art Blogverleger und Eigenagent im Nirwana der scheinbaren eigenen Wertigkeit verlieren. Wobei der Aufwand pro hundert Leser enorm ist. Und sind sie dann mal da, die Leser, dann muss auch noch der Content dauerhaft stimmen. Dummerweise.

Mit anderen Worten: Bloggen ist nicht einfach. Zumindest dann, wenn man es sich zu kompliziert macht und die Energien am falschen Ort verpuffen. Dabei gibt es sehr wohl Blogger, die ihre Blogroll nicht nur als Gefälligkeitsliste für Freunde verstehen, sondern sich bewusst sind, dass sie mit ihrer Bloglinkliste eine ganze Menge über ihre eigenen Vorstellungen vom Bloggen aussagen. Und damit eine eigene Visitenkarte abgeben. Nicht selten steigt mein Interesse an einem Blog durch das Studium der Blogroll. Und wer mir eine Perle erschlossen hat, den vergesse ich nicht so schnell wieder.

Die Möglichkeit der Blogbibliothek (BB), dass in ihr Texte vorgeschlagen werden können, und das Verzeichnis der Blogscouts, auf dem man deren Empfehlungen nachfragen kann, stellt als System eine Art “Textroll-Community” dar: Erstmals können Blogger UND Leser auf einem zentralen Portal mit eigenen Empfehlungen eine Art eigene Textroll entstehen lassen.

Bis jetzt ist dieser Effekt noch nicht wirklich verstanden und angenommen worden. Blogger haben noch nicht begriffen, dass von ihnen vorgeschlagene fremde Texte sehr wohl auch Eigenwerbung bedeuten können, und die “reinen” Leser sind auch hier die eher scheuen Teilnehmer, die sich nicht regen, so lange sie nicht wirklich heimisch sind (wenn überhaupt, und ob Männlein oder Weiblein). Hier aber wollen wir Ihnen die Möglichkeit bieten, einmal selbst Einfluss zu nehmen. So offen oder anonym, wie es Ihnen entspricht, aber mit direktem Einfluss auf den Inhalt.

Und wir? Machen uns Gedanken, wie wir das noch besser kommunizieren können. Indem wir den Button “Formular” durch “Texte vorschlagen” austauschen. Wäre mein Vorschlag, den ich aus Anregungen aus dem Nutzerkreis aufgreife. Wir werden sehen.

Wir haben ja Zeit. Da wartet keine Deadline mit Besucherlimiten, kein Mindestziel an Besucherzahlen. Nur ein Ziel bleibt immer: Ein immer attraktiveres Angebot zu entwickeln.