Religiös, Spirituell, Meditativ – oder nichts von Allem?

Als wir die Rubriken * Meinung * Erzählung * Humor  und * Reflexion für die Blogbibliothek definierten, haben wir uns über nichts so lange unterhalten und den Kopf zerbrochen wie um den Bereich * Reflexion. Was kann da hinein “gedacht werden”. Was soll Platz darin haben? Ich bin selbst ein durchaus spirituell interessierter Mensch. Für mich sind Fragen um meine Existenz, meine Herkunft und meine Bestimmung wichtig, und ich habe darauf Antworten, die religiös inspiriert sind.

Es ist nicht gerade häufiger geworden, dass man im Westen seinen (christlichen) Glauben in die Öffentlichkeit trägt, ja, dass man überhaupt darüber spricht. “Glauben ist Privatsache”, hört man dazu schnell einmal. Umgekehrt aber ist es chic, kund zu tun, dass man sich durchaus für Buddhismus interessiert. Jede Beschäftigung mit Meditation, Yoga oder einer anderen fernöstlichen meditativen Praxis ist “salonfähig”, der Reiz der Exotik. Manchmal hatte ich den Eindruck, ich wäre ohne einen praktischen Wochenendkurs in Zen-Meditation bald nicht mehr fähig, einer Mainstream-Diskussion unter Kollegen folgen zu können.

Wie also umgehen mit christlich motivierten, oder sonst religiös fundierten Artikeln? Die Bibliothek soll und wird in keinem Fall ein Pfarrblatt werden. Aber eine christliche Überzeugung darf auch mal das Thema eines Artikels bestimmen – und wird Gegenstand der heutigen Veröffentlichung sein. Persönlich habe ich ganz generell mit dem Sendungsbewusstsein, das Gläubige zum Missionieren veranlasst, Schwierigkeiten, egal, in welcher Religion. Und in diese Richtung werden zukünftig Artikel wohl eher kritisch geprüft werden. In jedem Fall aber sollen allfällige Rückmeldungen aus der Leserschaft ernst genommen werden.

Das erste Halbjahr der Blogbibliothek dürfte im übrigen gezeigt haben, dass wir das Thema Reflexion durchaus sehr weit fassen und vielen verschiedenen Denkanstössen eine Tiefenwirkung zubilligen, ja sie darin auch selbst suchen wollen.

Eine religiös persönlich entschiedene Frage und entsprechende Position kann aus allen diesen Überlegungen heraus auch im Thema “Meinung”, statt im Bereich “Reflexion” angesiedelt werden.

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Das Spektrum wird immer breiter

Die Welt der Bücher ist unendlich weit. Für Blogs gilt das auch. Auch sie bilden in gewisser Weise alles ab, was in schriftlicher Form denkbar ist.

Eine der grössten und schönsten Überraschungen dieses Projektes ist es, dass Autoren, die bereits veröffentlichen, so wenig Berührungsängste gegenüber unserem Projekt haben.

Hierzu gibt es ein neues Beispiel. Ich verfolge die Internet-Projekte von Markus A. Hediger schon länger, aber nicht wirklich regelmässig. Aber immer wieder begegne ich ihm. Was mich dabei fasziniert, ist, dass hier ein Schriftsteller ganz bewusst mit dem Internet und seinen Gestaltungsformen zu spielen versucht, ernsthaft, aber immer auch auf der Suche nach neuen Stilformen. Dass er damit Kunst zum Anfassen bietet und zum Nulltarif, ist mutig, macht neugierig und lässt auch danach fragen, wo denn für ihn die Rückmeldungen sein mögen, die ihn re-inspirieren können?

Man darf es ahnen: Wie wir “kommunen” Blogger hat er sich mit den gleichen Fallen des Selbstzweifels herum zu schlagen, da bin ich sicher.

Mit Litblogs.net wie mit der Unterstützung anderer Autoren, mit Radio im Netz und Podcasts fördert und fordert er alle Schreibenden auf, sich das Interent zunutze zu machen und – eben – darin zu schreiben. Ab morgen ist einer dieser eigenen Texte auch in der Blogbibliothek zu lesen.

Ich freue mich sehr.

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Kleiner Meilenstein

Die Blogbibliothek hat heute im Laufe des Tages den Zugriff Nummer 20′000 auf einen Volltext erlebt.

Die letzten Wochen, ja Monate, konnte ich den Drive aus den Gründerwochen nicht beibehalten. Das hat mit dem Projekt nichts zu tun und mit meiner Liebe zu ihm schon gar nicht. Sondern schlicht mit meinen Ressourcen.

Was mir vor allem Leid tut, ist, dass ich zu wenig Zeit habe, weitere Perlen zu suchen. Und das wäre nötig, weil es leider viel zu wenig Empfehlungen neuer Texte gibt. Gerade die Leser scheinen nicht zu realisieren, dass sie selbst in einer aktiven Rolle gefragt sind. Und die meisten Blogger freuen sich sehr über eine Berücksichtigung, bloggen auch darüber, aber “vergessen” es, vielleicht gerade über einen Textvorschlag andere Texte von Bloggern der Bibliothek zuzuführen. Und so bleibe ich ein Einzeltäter. Das wird das Projekt nicht so schnell zum Erliegen bringen, ist aber eine ungelöste Krux, um es wirklich zum Selbstläufer werden zu lassen.

Wir werden sehen – und weitermachen. Ab Juni wird etwas mehr Zeit zur Verfügung stehen, und ich werde zu allererst auch meiner Lust weiter frönen können: Texte entdecken zu dürfen. Gerade in der schönen Liste der schon vorhandenen Blogs.

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Was ein Blog am Leben hält

Ich erlaube mir, den nachfolgenden Beitrag hier zu veröffentlichen, obwohl er eben auch auf meinem eigenen Blog erschienen ist. Aber er beschäftigt sich ganz zentral mit dem Blogschreiben an sich – und passt daher einfach hierher. Und zum Herzblut, mit dem die meisten Blogger der Blogbibliothek ihrem Antrieb folgen:

*

Es scheinen ein paar Dinge zusammen zu kommen, die mich wohl weiter erden können. Die Reise nach Kambodscha und Vietnam wirkt sehr stark nach. Ich finde zwar in den Alltag, aber so ganz drin stecken bleibe ich nicht. Ich blicke wohl manchmal ziemlich verwundert aus der Wäsche, und was das nach innen auslöst, tut meiner Freiheit sehr gut.

medienlese.com schliesst in diesen Tagen. Die Blogwerk AG vermag das Blog nicht kostendeckend zu betreiben, und darum ist nach drei Jahren (?) Schluss.
Und wieder geht es los, das Klagen, das ich ja verstehe: Warum ist es nicht möglich, ein Blog über Jahre so attraktiv zu halten, dass es wirtschaftlich ist/wird? Weil es eben ein Blog ist. Und je länger je mehr glaube ich, dass das gut so ist. Das Blog könnte noch Jahrzehnte leben. Meines auch. Aber es darf dafür kein Geld “brauchen”. Es bedarf eines Bedürfnisses. Des Bloggers. Und vielleicht einiger Leser. Aber ein Blog ist eben ein Blog und das Gefäss für jede Nische, weil es NICHT rentabel sein muss – und mit praktisch null Extra-Kosten sofort gestartet werden kann. Das, was es braucht, ist schlicht und einfach persönliches Engagement. Herzblut. Nicht an ein Medienprojekt angelehnt als schlichte Ergänzung, bleibt es aber ein Hobby, eine Freizeitbeschäftigung oder ein Projekt, dem der Idealismus die Luft gibt – und das wenige Geld, das daneben notwendig ist.

Aber Blogger erfinden das Netz nicht neu. Und sie liefern auch nicht den Schlüssel, wie Internet rentabel wird, wenn es um Transport und Vermittlung von allgemeiner Information geht. Die meisten Blogs werden denn auch nicht besser, wenn sich die Betreiber mit der Frage herum zu schlagen beginnen, wie man denn mit dieser Tätigkeit Geld verdienen könnte? Blogs entstehen aus Impulsen, aus einem brennenden Anliegen, und so lange die Kerze Sauerstoff bekommt, brennt sie dann auch.

So eine Reise kann die Sinne schon klären: Wieder zuhause, weiss ich wie zuvor, wie wichtig mir die Thinkabout-Seite ist. Aber ich bleibe viel gelassener, wenn mal ein Tag keine Zeit dafür bleibt.
Alles hat seine Zeit. Und dieses Blog wird mich weiter begleiten. Denn es liegt mir in keiner Weise schwer auf. Es verlangt nichts von mir. Ich muss keine Erwartungen erfüllen, weil es da ist. Es bereichert mein Leben und schenkt mir Kontakte. Und Anregungen von Lesern. Es atmet in einem eigenen Rhythmus, und manchmal wird es vielleicht ein wenig dösen, und dann wieder rumpeln und poltern. Aber es bleibt immer meins.

Vielleicht wären viele Blogs entspannter und gleichzeitig konzentrierter geschrieben, wenn Blogger ihre Tätigkeit mehr dahingehend verstehen würden, dass sie mit ihrem Schreiben eine Art Visitenkarte hinterlegen. Eine Demo-Mappe der eigenen Interessen, des Wissens, der Talente. Warum auch nicht? Wer weiss, was für jeden einzelnen daraus werden mag?

Man weiss es eben nicht. Und darum sollte man erst recht einfach weiter machen, wie einem die Lust danach steht und die Freude. Und über den Rest sollen sich andere den Kopf zerbrechen.
Kommerzielle Blogs und Internet-Auftritte können nicht so denken. Genau dieser Unterschied ist eben eine Stärke von Blogs. Und die sollte man als Blogger nicht leichtfertig preisgeben.

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Wenn’s kommt, dann dicke

Da beginnen wir also unser Projekt Blogbibliothek, und kaum kommen wir ins Laufen, werden wir ganz anders beansprucht. Meine geschäftlichen Pflichten türmen sich plötzlich in nicht voraussehbarer Weise, und vor allem trifft es Roman superhart: In der Firma schlägt ein Virus zu.

Die letzten vierzig Tage war er damit komplett absorbiert.

Ich habe einfach mal entschieden, dass sein Beitrag, indem er von dieser Herausforderung erzählt, in die Blogbibliothek gehört:

Hier können wir nomalen Softwarebenutzer mal erahnen, was es für eine Systemadministration in einer Firma bedeuten kann, wenn ein Virus / Wurm zuschlägt. Roman erzählt wie üblich ohne Ausschmückungen, ganz nüchtern und bescheiden. Aber es wird sehr gut spürbar, welche Probleme in einem solchen Fall gemeistert werden müssen.

Wie sagt es der Bugsierer in einem Kommentar unter dem Originalbeitrag so treffend:

ganz grosses kino. gratuliere zum sieg.

toller einblick in die welt der heavy user.

Genau.

Nachtrag:

In diesen Tagen haben wir die Marke von 10′000 gelesenen Beiträgen im Volltext überschritten.

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Da war doch noch was?

Projekte wie dieses haben Phasen, in denen man ein bisschen geprüft wird. So wie jetzt: Habe gerade eine ganze Reihe von Mails geschrieben, in denen wir bei möglichen Blogautoren nachfassen. Manchmal braucht genau dies am meisten Energie. Natürlich muss niemand auf uns gewartet haben. Kein einziger Blogger. Eine Nichtreaktion ist ja auch nicht eine Absage. Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen: Wer will, wird schon reagieren.

So einfach ist das aber nicht. Denn manchmal hat man an einem Text ja schon auch “den Narren gefressen”. Oder an einem Autor. Und dann wünscht man sich eben, dass er und dessen Projekt auch dabei ist. Und dann fragt man eben nach, fasst nach, und hält die Anfrage pendent. Wahrscheinlich will mir das alles ja auch nur eines sagen:

Ich muss unsere Pendenzenkontrolle noch optimieren…

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Moritz Leuenberger: Ein Minister in der Blogbibliothek

Die Schweizer Bloggerszene ist schon länger erfreut darüber, dass ein amtierender Bundesrat mit einem eigenen Blog dazu beiträgt, dass diese Art der Veröffentlichung und Kommunikation bekannt und diskutiert wird.

Natürlich haben mittlerweile Politiker das Blog als Medium für Wahlkämpfe oder auch Regierungsarbeit entdeckt. Wenige, sehr wenige aber dürften es so sehr wie Bundesrat Leuenberger dazu nutzen, wirklich mit den Bürgern in Kontakt zu treten. Auf jeden Fall wirkt nicht nur das Bemühen dazu bei ihm sehr glaubhaft, nein, der Mann scheint richtiggehend Lust und Freude daran zu haben.

Darum ist für unsere Berücksichtigung des Blogs in unserer Bibliothek auch ganz bestimmt nicht seine politische Gesinnung wichtig – die teilen wir unter Umständen gar nicht. Aber darum geht es auch nicht.

Wichtig und schön ist hier was ganz anderes: Die Webmasterin des Departements von Bundesrat Leuenberger hat uns mitteilen lassen,  dass Texte aus seinem Blog in der Blogbibliothek abgebildet werden dürfen. Damit wird ein weiteres Mal dazu beigetragen, dass dieses Medium “Blog” zu einem herrlich unverfälschten Mittel der Kommunikation in der direkten Demokratie werden kann: Denn zu ihr gehört der schnelle und unkomplizierte Kontakt mit jedem Einzelnen.

Dass ein  Bundesrat dies schon sehr früh erkannte, beweist Bürgernähe – auch wenn er umgekehrt lange nicht wusste, dass in Einkaufswägelchen Geldstücke gesteckt werden müssen.

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Beitrag Nr. 100

Heute früh, am 11. Februar 2009 erscheint der 100. Artikel in der Blogbibliothek. Schön, dass es ausgerechnet auch ein Text eines neu in der Bibliothek vertretenen Blogs sein wird.

Für eine Bibliothek sind, natürlich, 100 Texte nix. Aber wir sind genau da, wo ich es mir innerlich erträumt habe. Wenn wir diesen Rhythmus beibehalten können, wenn uns Leser und Blogger weiter unterstützen und sich die Blogbibliothek weiter herumspricht, wird es kein Problem sein, dieses Portal in der bestehenden Qualität wachsen zu lassen. Dann sind 1000 Beiträge im ersten Jahr alles andere als eine Illusion.

Aber das sind nur Zahlen. Ich möchte das weiter geben, was ich heute einem schon bald neu dazu stossenden Blogger geschrieben habe:

… die Leser, die danach bei Ihnen weiter stöbern, können so auch annehmen, dass sie auf eigene Faust weiter Spannendes finden.
[...] Wir wollen Vielfalt und die Vernetzung von Bloggern über Inhalte – und die schönste Freude für mich ist das, was ich schon oft zu hören bekam (oft für erst vier Wochen offenen Betrieb):
“Da sind ja mir unbekannte Perlen dabei!”  Und dann kommt das Schönste: Ich entdecke plötzlich in einer Blogroll, die mir gut bekannt ist, nicht nur die Blogbibliothek, sondern Blogs aus derselben.
So finden sich Leser und Schreibende zu neuen Verbindungen.
Bleiben Sie uns gewogen!
Und bloggen Sie drauf los! Nicht nur ich werde meine helle Freude an Ihnen haben!

Wir wollen vernetzen, vermitteln, Lust machen auf mehr. Wenn schon hundert an einem Ort gesammelte Beiträge solche Beobachtungen erlauben, dann ist das ein Riesenansporn, weiter zu machen. Schön behutsam.

Ein Grundstock ist gelegt. Mitte Februar warten geschäftliche Herausforderungen, Mitte März geht es auf eine grosse Reise. Es wird also vorübergehend etwas ruhiger werden, wenn hier das Betreiberpersonal reduziert ist. Aber ein Grundstock ist gelegt. Und weitere Empfehlungen nehmen wir immer mit Freude entgegen.

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Schreiben ist…

Schreiben ist Arbeit am Gedanken.

Nicht nur Mark Balsiger gefällt dieser Satz. Mir auch.

Soeben gelesen im Wahlkampfblog.

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Lektorieren und Redigieren?

Mit was man sich ganz unvorhergesehen so konfrontiert sieht:

Wir fragen nach einer Zweitveröffentlichung nach.

Das würde die Frage, ob man Orthographiefehler korrigiert, eigentlich einfach beantworten lassen. Nein. Wir bilden 1:1 ab. Punkt.

Nun, wir halten es ein wenig anders. Offensichtliche Fehler beheben wir, wenn wir den Text kopieren und gegenlesen. Wir sehen aber nicht alles und das ist auch nicht wichtig. Was aber “im Vorbeigehen” korrigiert werden kann, das leisten wir.

Und dann gibt es den ganz seltenen Fall, dass wir einen Text effektiv grammatikalisch lektorieren, aber nicht redigieren, womit ich sagen will:

Wir korrigieren einen Text in Grammatik und Orthographie wirklich sorgfältig, weil es vielleicht Ihre erste Berühurung mit einem Blogger ist, der in Gottes Namen andere Stärken hat als Rechtschreibung. Jetzt kann man sagen, das wäre kontraproduktiv. Denn wenn Sie danach auf dessen Blog zu Besuch gehen und dort sehen, dass es Fehler in den Texten hat, dann verlieren Sie erst recht die Lust. Nun, wir glauben, dass dies da, wo wir es tun, nicht der Fall ist. Da lesen wir selbst nämlich schon eine ganze Weile und lassen uns sehr wohl von den Texten einnehmen. Und wir glauben, dass durch den vermittelten Inhalt in diesen Fällen die Neugier für weitere Inhalte grösser ist als das Stocken über ein paar Stockfehler. Wir geben Ihnen nur Starthilfe.

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